Die beiden großen Nordrivalen aus Bonn und Paderborn stehen sich erstmals seit dem Finale 2024 (3:2) wieder in den Playoffs gegenüber (Foto: Thomas Schönenborn)
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Playoffs in der DBL – Halbfinale
Nordduell um den Finaleinzug / Halbfinal-Neuauflage in Regensburg

Matthias Ondracek / 27. Aug.

Preview

Dreimal Norden, einmal Süden: Das Playoff-Halbfinale in der DBL ist angerichtet. Zum ersten Mal seit 2011 stehen wieder drei Mannschaften aus der Nordstaffel unter den Top Vier. Zuletzt waren dies vor 15 Jahren Paderborn, Bonn und Solingen. In 2026 drangen neben den Untouchables und den Capitals die Hamburg Stealers zum zweiten Mal in Folge in die Vorschlussrunde vor. Der „Lone Rider“ aus dem Süden sind damals wie heute die Legionäre aus Regensburg. An der Donau ertönt auch der erste „Playball!“-Ruf des Wochenendes. Am Samstag (14 Uhr) eröffnen die Oberpfälzer gegen Hamburg die „Best-of-Five“-Serie. In Bonn geht es am Abend (18 Uhr) zwischen den Caps und den U’s zur Sache. Spiel zwei am Sonntag steigt jeweils um 14 Uhr.

Paderborner Coup hallt noch nach

Wohl beinahe ganz Baseball-Deutschland saß am späten Sonntagnachmittag gebannt vor dem Livestream aus Paderborn. Die Untouchables machten das schier Unmögliche möglich. Nicht nur holten die Ostwestfalen einen 0:2-Serienrückstand auf, sondern ließen sich im alles entscheidenden Spiel fünf auch nicht von einem frühen 2:8-Rückstand beirren. Grenzenlos war der Jubel nach dem gelungenen Comeback. Dass das Ganze auch noch gegen den Titelverteidiger und quasi Abonnement-Finalisten des letzten Jahrzehnts aus Heidenheim gelang, setzte der Sensation noch die Krone auf. An Selbstvertrauen dürfte es der jungen Truppe von Headcoach Octavio Medina nach diesem Coup also sicherlich nicht mangeln.

Bonn in 2026 gegen U’s noch ungeschlagen

Wären der Gegner nicht die Bonn Capitals, könnte man meinen, die Paderborner sind mit dieser Moral nicht aufzuhalten. Doch es geht eben gegen den Favoriten aus dem Rheinland. Als Nordmeister und Interleague-Sieger fällt den Caps diese Rolle trotz der Ausgeglichenheit des Feldes zu. Der dreimalige Meister dominierte auch in 2026 die Nordstaffel. In der zweiten Saisonphase verteidigten die Bonner ihre Position souverän. Und das, obwohl mit Markus Solbach das Werfer-Ass lange Zeit verletzt fehlte. Nun ist der Ausnahme-Pitcher zurück und die Capitals pünktlich zur Entscheidung um den Meistertitel wieder in voller Stärke. In allen vier Saisonduellen behielt Bonn gegen Paderborn die Oberhand.

Regensburg mit Kantersieg im Rücken

Zur Neuauflage des Vorjahres-Halbfinals kommt es in Regensburg. Wie vor Jahresfrist empfangen die Guggenberger Legionäre die Hamburg Stealers. Ein heißer Tanz ist zu erwarten, wie die letzten teils hitzigen Begegnungen zeigten. In der Interleague teilten sich die beiden Kontrahenten jeweils die Siege. Beide machten in der zweiten Saisonphase Boden gut. Im Viertelfinale ließ das Team von Trainer Matt Vance den Cologne Cardinals letztlich keine Chance. Nach zwei knappen Heimsiegen schlugen die Regensburger die Kölner am Rhein förmlich aus dem eigenen Stadion. Mit dem 14:0-Kantersieg im Rücken geht es für die Gastgeber nun mit viel Schwung gegen die Stealers.

Stealers für die großen Gegner gewappnet

Die Hanseaten tankten in der ersten Playoff-Runde ebenfalls Selbstvertrauen. Mit einem dramatischen 3:2-Erfolg rangen die Stealers die Mainz Athletics erst in Extra Innings nieder. Unter dem Strich stand ebenfalls ein Sweep – jedoch ein hart erkämpfter. Dass die Moral in der Mannschaft intakt ist, bewiesen die Hamburger damit eindrucksvoll. Auch an der Donau bestand die Mannschaft von Headcoach David Wohlgemuth bereits erfolgreich. Gegen die Topteams wies der Meister von 2000 in der Interleague die zweitbeste Bilanz nach Bonn auf (8:4-Siege). Auch vor großen Duellen schrecken die Stealers in diesem Jahr ganz offensichtlich nicht zurück.